6. Dezember

 

2. Advent


Was denkt der Nikolaus?

 

Jedes Jahr aufs Neue war es für mich eine schwierige Entscheidung: Welche Schuhe sollte ich nehmen? Die kleinen Halbschuhe, in denen nicht so viel Platz war - oder doch lieber die Gummistiefel mit dem hohen Schaft?

Wenn ich an die Schokolade und die Plätzchen dachte - und vielleicht sogar ein kleines Geschenk - dann war die Entscheidung klar: Möglichst groß sollten die Schuhe sein, damit der Nikolaus möglichst viel hineinstecken konnte.

Aber dann habe ich überlegt: Würde der Nikolaus vielleicht den Kopf schütteln über so viel Habgier und dann vielleicht erst recht nur ganz wenig hineintun - oder gar nur eine Rute? Dann doch lieber die kleineren Schuhe und dafür etwas weniger von den kleinen Köstlichkeiten, die ich mir so wünschte.

Foto von Emily Wilkinson von Pexels


Ich habe hin und her gegrübelt und am Ende hat es dann einen ganz anderen Grund für meine Entscheidung gegeben. Der Blick auf die Gummistiefel hat mir deutlich gezeigt, dass die viel zu dreckig waren für den Nikolaus. Sie sauberzumachen würde so kurz vor dem Ins-Bett-Gehen nicht mehr klappen.

Also nahm ich schweren Herzens die normalen Halbschuhe und stellte sie vor die Tür meines Zimmers. Und obwohl ich versucht habe, lange wach zu bleiben, habe ich dann nicht mitbekommen, ob der Nikolaus lange überlegt hat, als er vor meinem Zimmer stand. Es bleibt also sein Geheimnis, warum am nächsten Morgen zu meiner großen Freude Schokolade und Plätzchen und eine Apfelsine ... und ein richtig tolles Modellauto in meinem Schuh waren.

Manchmal lohnt es sich offenbar doch, etwas bescheidener zu sein, dachte ich damals. Und dass man sich nicht zu viele Sorgen machen muss, dachte ich auch. Und wahrscheinlich fand das der Nikolaus richtig gut ...


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                   markus.hessler@ekkw.de.

 

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